Ecosummit: Deutsche Greentech-Startups weltweit gefragt

Die deutsche Internet-Gründerszene ist längst etabliert. Selbst internationale Medien haben Berlin als wichtigsten europäischen Startup-Standort entdeckt. Was viele aber bei aller Euphorie über die Web-Gründer übersehen ist, dass sich in deren Schatten auch eine höchst erfolgreiche Greentech-Startupszene ausbreitet.

Und die setzt von Beginn an auch international Standards. Auf dem Ecosummit, einer der wichtigsten Konferenzen für grüne Gründer und Investoren, konnte vergangene Woche jeder sehen, wie viel wir von den jungen Unternehmen in den nächsten Jahren noch zu erwarten haben. Die Stimmung erinnerte an Internetkonferenzen vor fünf oder sechs Jahren: ein paar Blogger, eine kleine, bestens informierte Fach-Community und viele Menschen mit noch viel mehr Ideen. Sie tranken Club Mate, diskutierten über grüne Technologien – und waren noch weitgehend unter sich.

Der Unterschied zu den Web-Konferenzen von einst, die vorwiegend außerhalb der Wahrnehmung internationaler Gäste stattfanden: Im Berliner Radialsystem, wo der Ecosummit dieses Jahr zum ersten Mal stattfand, saßen Experten und Investoren aus aller Welt. Sie wollten sehen, welche Technologien deutsche Greentech-Startups auf Lager haben. Denn die Jungunternehmen aus Deutschland gehören – im Gegensatz zu ihren Kollegen aus dem Social Web – schon heute zu den innovativsten.

Kein Wunder, dass ein immer größerer Teil ihrer Investoren aus dem Ausland kommt: Von rund 70 Millionen Euro Wagniskapital, das 2011 in deutsche Cleantech-Unternehmen floss, kam beinahe ein Viertel von ausländischen Fonds.

Mit Hilfe dieses Kapitals entstehen immer neue Firmen auf der Schwelle zwischen Internet, Energietechnologie, Materialeffizienz und Maschinenbau.

Das Münchener Unternehmen Tado beispielsweise hat ein System entwickelt, dass die Heizung und die Smartphones seiner Kunden miteinander verbindet. Eine cloud-basierte Technik analysiert das Nutzerverhalten, zieht Wetterdaten hinzu und programmiert die Heizung entsprechend. Der Vorteil: Die Therme heizt nur noch dann, wenn die Bewohner zuhause sind. Das Einsparpotenzial, versprechen die Gründer, liege bei rund 30 Prozent.

Oder Get Neutral, ein Startup, das Nutzern ermöglicht, via iPhone-App ihren CO2-Ausstoß zu kompensieren – eine Art Foursquare für Klimaschützer.

Beeindruckt hat mich auch WeSustain, das eine SAP-ähnliche Software entwickelt hat, mit der Unternehmen aller Art ihre Nachhaltigkeit auf allen Wertschöpfungsebenen erfassen und auswerten können.

Smart Hydro Power wiederum gewann den Ecosummit-Gold-Award, die Auszeichnung für das beste Startup: Das Unternehmen aus dem Münchner Umland baut in Flüssen schwimmende Wasserkraftwerke, die kleinere Ortschaften in Entwicklungsländern mit Strom versorgen können. Erste Mini-Kraftwerke hat das Unternehmen bereits in Indonesien, Peru und Brasilien zu Wasser gelassen.

Und all das ist erst der Anfang. In den vergangenen Tagen habe ich von so vielen spannenden Ideen gehört, dass klar ist: Hier wächst eine Bewegung heran, die künftig einen immer größeren Teil unserer Wirtschaft beherrschen wird. Ein Business Angel, der viel mit jungen Unternehmen aus der Greentech-Szene zu tun hat, sagte zu mir: “An Geld fehlt es nicht. Es gibt immer noch zu wenig gute Startups und Menschen, die in der Lage sind, solche Unternehmen aufzubauen”.

Doch die seien immer besser zu finden, sagt der auf Greentech-Unternehmen spezialisierte Personalberater Conrad Eß von Green Technology Staffing. Es spreche sich im Nachwuchs herum, dass man für ein solches Unternehmen nicht unbedingt Greenpeace-Mitglied sein müsse. Wohl aber fasziniert von Hightech.

Diese Faszination transportierte der Ecosummit, der selbst noch ein Startup ist. Wir sind gespannt aufs nächste Jahr.

… Der Presseartikel als PDF.

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Eine Antwort auf Ecosummit: Deutsche Greentech-Startups weltweit gefragt

  1. Dennis sagt:

    Hey Ich vermisse den Facebook Gefaellt mir Button? ;)

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