Bericht von der Nationalen Bildungskonferenz für Elektromobilität
Mit Spannung und einiger Erwartung sind wir nach Ulm gereist. Honore Redner aus der Automobilindustrie waren ebenso auf dem Programm wie geniale Köpfe aus Forschungsinstituten und Vertreter von Verbänden und Innungen.
Und schon innerhalb des ersten halben Tages wurde eine klare Vision gezeichnet, was uns erwartet und wie die Bildungseinrichtungen darauf reagieren können.
Alle Beteiligten stellten klar heraus: Emobility wird die Automobilindustrie verändern. In Ihren Grundfesten. Die Zukunft der Elektromobilität sind nicht Fahrzeuge, wie wir sie heute kennen. Es sind keine herkömmlichen Verbrennungsmotorfahrzeuge denen ein wenig Elektrotechnik eingepflanzt wird.
Die Zukunft sind Fahrzeuge die auf neuen Plattformen entstehen.
Mit neuen Materialien – Stichwort Leichtbau. Mit neuen thermischen Eigenschaften, denn ein Elektromotor verwandelt nicht, wie ein Verbrennungsmotor, 75% der zugeführten Energie in Abwärme.
Die Zukunft wird nicht mehr der Antriebsstrang sein, den wir heute kennen.
Übrigens Motorenbau: Ein Elektromotor lacht über die Laufleistungen, die Verbrennungsmotoren heute erbringen. Nach 300.000 km hat er noch lange nicht das Ende seiner Lebensdauer erreicht. Der Motor wird das Auto mehrere Male überleben.
Die komplette Fahrzeugarchitektur wird überdacht werden. Und damit auch auch das Layout von Fertigungsstätten und die Fertigungsmethoden.
Kurzum: Die Automobile Welt wird einmal komplett auf den Kopf gestellt und Forschung und Entwicklung haben, über die gesamte Wertschöpfungskette, von der Verarbeitung der Grundmaterialien über die Montage bis hin zur Wartung, alle Hände voll zu tun diesen Wandel zu gestalten.
Die Zukunft wird sicherheitstechnisch ganz neue Herausforderungen stellen, denn stromführende Teile darf man bei 400V und 250 Ampere nicht anfassen. Das muss auch im Crashfall und beim Eingreifen von Rettungskräften gewährleistet sein.
Doch nicht nur das Produkt selbst wird sich verändern, auch der typische Nutzer. Mobiltät als Service wird mehr in den Vordergrund treten, das Fahrzeug wird unwichtiger. Kann man sich diesen Paradigmenwechsel in Deutschland wirklich vorstellen? Wir glauben schon, in Zeiten denen es hierzulande zunehmend chic wird mit weniger Hubraum statt mehr zu fahren, in denen auch am Stammtisch niedrige CO2 Emissionen und niedriger Verbrauch wichtiger werden als Beschleunigung, ja in diesen Zeiten darf man auch über Mobilitätskonzepte nachdenken.
Megatrends für die Green Technology:
Und immer wieder Leistungselektronik. Liebe Eltern: wenn Ihr Nachwuchs technisch interessiert ist und überlegt: was soll ich studieren: Raten Sie zu Leistungselektronik! Die Technologie für Informationsübertragung ist inzwischen weit vorangeschritten. Wir können Nachrichten und Informationen zuverlässig auf alle möglichen (und unmöglichen) Endgeräte und Devices übertragen. Aber noch keine Energie, die Übertragung und das Management von elektrischer Leistung wird unsere Ingenieure für die nächsten 20 Jahre beschäftigen, so wie es die Informationstechnologie seit Ende der 80er tut. In den Wechselrichtern der Photovoltaik, im Automobil, im Smart Grid, in der dezentralen Stromversorgung, kurz: In allen Zukunftstechnologien wird die Leistungselektronik zum zentralen Bestandteil. Für alle die denken: Das gibt es doch alles schon – versuchen Sie mal Leistungselektronik Kabel für den Einsatz im Fahrzeug zu kaufen.
Schöne neue Elektromobilität.