Grüne Köpfe gesucht!!

25. Mai 2011, von Ruth Weinkopf

Die Mannheimer Personalberatung Green Technology Staffing vermittelt Fachkräfte für die Öko-Branche.
Man könnte Conrad Eß einen Glückspilz nennen.

Der Geschäftsführer der noch jungen Mannheimer Personalberatung Green Technology Staffing steht nicht nur vor der dritten Erfolgsgeschichte seiner beruflichen Karriere, sondern hat auch Sorgen, von denen andere Unternehmensführer nur träumen können. „Wir haben momentan damit zu kämpfen, dass die Nachfrage zu groß ist“, sagt Eß mit einem fast verlegenen Lächeln. Der gebürtige Franke, der schon einige Karrieresprünge in der Branche der spezialisierten Personaldienstleistung hinter sich hat, entschied sich 2009 in einem USA-Urlaub für die Selbständigkeit – und für die Öko-Branche („damals habe ich gemerkt, es dreht sich etwas im Bewusstsein der Öffentlichkeit“), deren Erfolge jetzt auch seine sind. Eß und sein Bruder Ralf sind angetreten, den Fachkräftemangel in technologiebasierten Unternehmen der Öko-Branche zu lösen. Mit der im März 2010 gegründeten Personalberatung vermitteln sie ihrer Industrie-Kundschaft die meist händeringend gesuchten Experten, die auf Windkraftanlagen, Photovoltaik oder alternative Antriebsarten in der Automobilindustrie spezialisiert sind.

Nicht selten gerät das Geschäft zur berühmten Fahndung nach der Stecknadel im Heuhaufen. „Wir suchen händeringend Laserexperten für die Photovoltaik“, sagt Conrad Eß. Auch Produktmanager für gebäudeintegrierte Photovoltaik gelten als eher seltene Spezies, denn sie müssen in der Architektur, der Fassadentechnik, der Statik und eben der Photovoltaik gleichermaßen zu Hause sein. 180 offene Stellen könnte die Mannheimer Personalberatung bei ihrer Industriekundschaft derzeit besetzten – „lieber heute als morgen“, wie Conrad Eß betont. Allein, es gibt keine Bewerber – trotz intensivster Recherchen in allen einschlägigen sozialen Netzwerken und Web-Seiten.
Aller Mangelverwaltung zum Trotz haben sich die Brüder strenge Geschäftsmethoden verordnet: Das Abwerben von Fachkräften ist ebenso verpönt wie die Vermittlung von Zeitarbeitern. Solches Gebaren, befindet Conrad Eß, passe nicht zur Nachhaltigkeitscredo der grünen Branche. Der Aktionsradius beschränkt sich derzeit noch auf Deutschland und die deutschsprachigen Nachbarn – Erweiterung wird allerdings nicht ausgeschlossen. Die Brüder Eß wissen, dass die Konkurrenz nicht schläft. „Wir müssen schnell sein, weil auch die Großen der Personalbranche Gefallen am grünen Thema finden werden“, sagt Conrad Eß, der seine Karriere 1995 bei der Mannheimer Ascena (heute Hays) begann und bei Reutax in Heidelberg bis zur Position des Vorstandssprechers fortsetzte.
„Wir mussten auf unsere alten Tage noch ganz schön lernen“, witzelt Ralf Ess. Als Verantwortliche der Mannheimer Personalberatung ergänzen sich die Brüder fast ideal. Informatiker mit Karriere in der Personalberatung der eine, Betriebswirt mit Führungspositionen im Autohandel der andere. Die Arbeitsteilung bei Green Technology Staffing: Conrad Eß führt die Geschäfte und durchforstet das Netz nach den gesuchten Spezialisten, Bruder Ralf kümmert sich um die Bereiche Windkraft und Automobil. Dem langjährigen Leiter von VW-Vertragshändlern geht das Fachchinesische der regenerativen Energien bereits flott über die Lippen.
„Green Technology Staffing“, sagt Conrad Eß, „ist nicht nur ein Geschäftsmodell, sondern eine Herzensangelegenheit“. Der Satz ist weniger Pathos denn Glaubensbekenntnis, denn den Brüdern macht ihre Arbeit erkennbar Spaß. Die derzeit siebenköpfige Belegschaft soll innerhalb der nächsten fünf Jahr auf 80 Mitarbeiter wachsen, bis 2015 werden zehn Millionen Euro Umsatz angepeilt. Die Tatsache, dass die Personalberatung ohne Anlaufverluste arbeitet, dürfte beweisen, dass Conrad Eß vor drei Jahren im sonnigen Kalifornien den richtigen Riecher hatte.
Die unterschiedliche Schreibweise des Familiennamens ist übrigens nicht dem Fehlerteufel dieser Zeitung, sondern einem Mitarbeiter des Einwohneramtes in der Heimatstadt der Brüder geschuldet. In einer Geburtsurkunde steht ein scharfes S, in der anderen ein doppelte S – ein Fakt, der die Brüder bis heute nicht stört.
… Der Presseartikel als PDF.

Dieser Beitrag wurde unter Presseartikel abgelegt und mit , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*


eins × = 2

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>


Refresh